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Необычная покупка 16 декабря

Купили интересный лот, 106 писем, отправленных Uffz. Stemmer, служившим в аэродромной комендатуре Fliegerhorst-Kommandantur E 15/I в Пскове. Письма датированы с 13.10.1941 по 09.06.1942. 
 

 

Самое интересное, что по непонятной мне причине люфтваффовцы охраняли лагерь военнопленных. Судя по описанию это Шталаг 372. 

Цитаты из описания лота (буду очень благодарен за литературный перевод): 

"13.10.1941: Nun sind es schon 8 Tage, wo wir hier in Rußland sind. Mann kann wohl sagen, "im Paradies". Ich habe während der ganzen Feldzüge, die ich bis jetzt miterlebt habe, schon genug an Kultur gesehen, aber wie es hier aussieht, spottet aller Beschreibung. Polen ist noch Gold dagegen. Alles ist voll Speck und Dreck. In ein Haus darf man sich gar nicht getrauen, um nicht mit irgend einem Getier herauszukommen. Wir liegen hier in Pleskau, auf russisch heißt es Psoko. Von der Stadt ca 3 km entfernt an der Straße nach Riga. Dort befindet sich ein großes Gefangenenlager, und die zu bewachen ist unsere Aufgabe. Zwar keine angenehme Aufgabe, aber es muß gemacht werden. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie schwer das für uns ist, denn die meisten Gefangenen sind aus Pleskau zuhause und kennen jeden Stein. Aber wir werden schon damit fertig werden. (...) Es schneit und friert wie im Winter. Vielleicht kannst du dir ein Bild machen, wenn meine Tinte im Koffer eingefroren ist."

"27.10.1941: Heute Nacht ging es etwas bewegt bei uns zu. Um 1/2 2 h kamen die Posten mit einigen Russen, die flüchten wollten und dabei erwischt wurden. Es gab für uns sofort Alarm und mußten das ganze Lager umstellen und durchsuchen. Da kam manches zum Vorschein."

"30.11.1941: Heute ist nun wieder zur Abwechslung nach 6 Wochentagen ein Sonntag. Wir würden es nicht wissen, wenn nicht eine gesamte Zählung von unseren Gefangenen stattgefunden hätte. Wir mußten es ja auch einmal machen, denn täglich ist ein Abgang, dann kommen wieder einige dazu. [...] Es vergeht doch fast kein Tag, wo nicht einige für immer aus der Welt scheiden. Es sind alles so abgehärmte Gestalten, die sich kaum auf ihren Beinen halten können. Von diesen haben wir schon einen kleinen Friedhof. Auch mußten einige schon ihr Leben lassen, da sie ausrücken wollten. Wer halt dabei geschnappt wird, dem geht es schlecht. Krieg ist halt ein grausames Wort und noch viel grausamer in der Wirklichkeit. [...] Oft heißt es halt, wer der schnellere ist, gewinnt. Es kommt dabei oft an Bruchteilen von Sekunden an, und man kann in das Jenseits befördert werden. Hier ist es überhaupt noch sehr schlimm mit der Partisanengefahr. Das sind dieselben, wie in Polen gehaust haben. Zivilisten rotten sich in Scharen zusammen und treten dort, wo sich ein deutscher Soldat blicken läßt, auf. Es ist sehr oft schon zu schweren Gefechten gekommen, und mancher junge deutsche Kamerad mußte da sein Leben lassen."
Tags: Псков, Шталаг 372, лагерья военнопленных
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